Jahresrückblick
2000 |
Schon der Sommer hatte den Vilsbiburgern so manches Fest unter freiem Himmel vermiest. Im Herbst erwischt es mit dem Dionysimarkt eine Traditionseinrichtung der Stadt. Wegen des schlechten Wetters mussten nämlich die Pferderennen und der Umritt durch die Stadt abgesagt werden, "der Markt fand ohne Attraktionen statt", brachte es der Zeitungsbericht auf den Punkt. Unabhängig davon drängten sich viele tausend Besucher an diesem Oktober-Tag beim Ross- und Warenmarkt in der Stadt. An der Realschule feierte die Prominenz: Richtfest für den Erweiterungsbau stand auf der Tagesordnung und allgemein war man zufrieden mit den bisherigen Fortschritten bei dem Bauwerk, das die Realschule auch räumlich fit machen soll für die Einführung der Sechsstufigkeit. Einen Wermutstropfen gab es allerdings bei der Feier: Die nicht lange vorher bekannt gewordene Entscheidung des Ministeriums, in Vilsbiburg erst 2003 eine sechsstufige Realschule einzuführen. Dabei beklagte man vor allem, dass es im Vorfeld verschiedentlich geheißen hatte, Vilsbiburg komme in dieser Beziehung früher zum Zug. Der Oktober in Stichworten: Chorgemeinschaft singt bei Konzert Werke von Rossini und Mozart - Bauausschuss genehmigt die Installation einer Webcam auf dem Stadtplatz - Bürgerversammlung zur Umgestaltung des Stadtplatzes verläuft in sachlichen und ruhigen Bahnen - Entscheidung: Die Gobenerstraße bekommt einen Geh- und Radweg - Der Stadtrat genehmigt einen Nachtragshaushalt mit 46,4 Millionen Mark Volumen - Im Stadtrat diskutierte man über Kosten eines Anbaues oder Umbaues an der Hauptschule - Wieder einmal die Kosten: Beim Spitalensemble gibt es wieder Unterschiede zwischen Kostenprognose und tatsächlichen Kosten - Fünf Studenten aus Nowosibirsk machten Praktika in Gemeindeverwaltungen.
Über den Lohn von zehn Jahren Feldforschung - und das im wahrsten Sinne des Wortes - konnte sich Florian Obermayer freuen: Bei einem kleinen Festakt stellte der Heimatverein dessen neues Buch über Feldkreuze in der Gemeinde vor. Darin geht der Autor allen ihm bekannten Marterln und Wegkreuzen rund um Vilsbiburg nach und erzählt ihre Geschichte, wenn das nach den Recherchen möglich war. Lange wurde gerechnet und lange wurden Pläne gewälzt, bevor am Ende die Entscheidung fiel: Der Gymnastikraum der Hauptschule wird umgebaut zu drei Klassenzimmern. Einen Anbau bekommt die Schule nicht. Im Stadtrat hatte man sich nicht leicht getan mit dieser Entscheidung. Immer wieder waren von den verschiedenen Seiten Berechnungen vorgelegt worden, welche Lösung sinnvoller und billiger ist. Am Ende entschloss man sich für die von der Stadt und der Schule favorisierte Lösung. Am 11. November bekam die Narrenschar in der Stadt neue Regenten: Karin Rieder und Martin Berzl wurden als neues Prinzenpaar der Narrhalla präsentiert. Der November in Stichworten: Stadt lässt sich Konzept für einen Gewässerpflegeplan vorstellen - Roland Kreuzer wird nach dem Rücktritt von Christian Tebel neuer Vorsitzender der SPD - Stadt und Landkreis stellen Konzept für Ausgleichsflächen nach dem Bau der LA13neu vor - Nachhaltigkeitsbericht der lokalen Agenda 21 wird vorgestellt - Die Stadt genehmigt einen Zuschuss für das City-Management - Kreisgeflügelschau in der Stadthalle - Delegiertenversammlung der Freien Wähler; Helmut Haider bleibt stellvertretender Kreisvorsitzender - Theatergruppe des Gymnasiums spielt "Der Turm" von Peter Weiss.
Mit dem Gewerbegebiet West beschäftigt sich jetzt die Regierung - und sie hat an den Planungen ein paar Dinge auszusetzen. Vor allem geht es bei dieser "landesplanerischen Beurteilung" um die Verkaufsflächen - teilweise setzt sie die Regierung niedriger an als der Gutachter der Stadt, teilweise aber auch höher. Im Stadtrat stimmt man dafür, die Flächengrenzen des Gutachters in keinem Fall zu überschreiten, um die Innenstadt nicht zu gefährden. Dem Investor gefällt dieses Vorgehen offenbar nicht: Einen Tag nach der Entscheidung im Stadtrat werden die Planungen einmal mehr auf Eis gelegt. Bei den Haushaltsberatungen mussten die Stadträte eine relativ bittere Realität erkennen: In den Kassen der Stadt herrscht Ebbe. Insgesamt hat der Haushaltsplan ein Volumen von 35,337 Millionen Mark. Um die notwendigen Investitionen der Stadt allerdings finanzieren zu können, ist man im Rathaus auf eine Kreditaufnahme von rund drei Millionen Mark angewiesen. Gleichzeitig sinken sowohl Gewerbesteuereinnahmen als auch Schlüsselzuweisung. Eine andere Nachricht sorgte für lebhafte Diskussionen in der Stadt: Das mögliche Ende der Aktien-Brauerei. Die Vilsbiburger Zeitung veröffentlichte Informationen, wonach das Unternehmen in Verhandlungen mit einer Brauerei aus dem östlichen Niederbayern über eine Kundenübernahme steht. Gleichzeitig hieß es von der Brauer-Familie Haslbeck, dass man auch noch mit anderen Interessenten verhandle. Hinter einem Teil der 22 Arbeitsplätze bei der Brauerei könnten damit Fragezeichen stehen. Der Dezember in Stichworten: Rotarier starten wieder ihre Weihnachtstombola - Im Hallenbad gibt es Probleme mit der Chlorierungsanlage - Bauhofleiter Toni Butz wird in den Ruhestand verabschiedet - Lausbuben-Film "Kümmel und Korn" hat im LichtSpielberg Premiere - Der Nikolausmarkt findet bei eher sommerlichen Temperaturen statt - Kostenmehrung und kein Ende: Das Spitalensemble bereitet den Stadträten Kopfzerbrechen - Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 299 bei Einsiedl stirbt eine 19 Jahre alte Frau - Vilsbiburg will eine Städtepartnerschaft mit Buia im Friaul eingehen. Michael Betz
Text: Vilsbiburger Zeitung vom 05.01.2001