Jahresrückblick 2001

MKS und das Ende der Aktienbrauerei
Jahresrückblick I: In Vilsbiburg war zu Beginn des neuen Jahrtausends viel los


Vilsbiburg. Der Jahrtausendwechsel verlief in Vilsbiburg alles andere als ruhig: 140 Jahre Aktienbrauerei fanden ein trauriges Ende als die Aktionäre beschlossen, Produktion und Vertreib an die Gräfliche Brauerei Arco zu verkaufen. Ein MKS-Verdacht sorgte für – wenn auch nur kurze – Aufregung, denn einen Tag später gab es Entwarnung.

Januar
Mit Schwung starteten die Vilsbiburger ins neue Jahrtausend. Eine gelungene Sache waren die Inthronisationsbälle der Narrhalla. Das Satireprogramm spießte mit spitzer Feder die Begebenheiten des vergangenen Jahres auf. Eine bunte Tanzshow der Superklasse lieferte das Gardefestival der "New Generation", und die Chorgemeinschaft begrüßte das neue Jahr bei ihrem Konzert mit einem Reigen klassischer Melodien. Bei der Beach-Party der Narrhalla feierten rund 8 000 Menschen. Interessante Ergebnisse brachte die statistische Auswertung der Stadt: 33 Leute traten aus der Kirche aus, Maria und Josef gehörten andererseits zu den beliebtesten Vornamen.
Weniger friedlich ging es in Vilsbiburg Ende Januar zu: Wegen dem Interessenkonflikt zwischen Jugendforum und Jugendpflegerin Kerstin Blöchinger drohte dem Jugendzentrum das Aus.

Februar
Die Aktienbrauerei konnte im Februar mit einem Erfolg aufwarten: Das Weißbier und das leichte Weißbier wurden beim DLG-Qualitätswettbewerb mit einer goldenen, beziehungsweise einer silbernen Medaille ausgezeichnet. Die Handschellen klickten am 7. Februar in Vilsbiburg bei zwei Männern, die im Begriff waren 180 Gramm hochwertiges Kokain zu verkaufen. Drogenfahnder der Kripo Landshut waren ihnen auf die Spur gekommen. Schlechte Nachrichten gab es für die Mitarbeiter der Aktienbrauerei: Ihr Konzept wurde nicht berücksichtigt, die Aktionäre haben bei der Hauptversammlung beschlossen, Produktion und Vertrieb an die Gräfliche Brauerei Arco Valley zu verkaufen. Damit fanden 140 Jahre Vilsbiburger Biertradition ein trauriges Ende.

 
März
Fast 3000 Unterschriften für die Geburtshilfe des Vilsbiburger Krankenhauses sind Anfang März gesammelt worden. Bei einer Sonderbürgerversammlung, die mit Hilfe dieser Unterschriften zustande kam, musste sich Landrat Josef Neumeier Buh-Rufe anhören. Mit der Problematik an der Einmündung der Schachtenstraße in die Seyboldsdorfer Straße beschäftigte sich der Verkehrsausschuss. Um die Überquerung der Straße sicherer zu gestalten, empfahl man dem Stadtrat die Einrichtung einer Verkehrsinsel. Wie man inzwischen sehen kann, hat sich der Stadtrat für die Insel entschieden. "Brauen die Vilsbiburger Bürger bald ihr eigenes Bier ?" Diese Frage stand nach dem Aus für die Aktienbrauerei im Raum. MdL Josef Eppeneder regte nach dem Verkauf der Aktien-Brauerei die Gründung eines Bürgerbräus an. Die Idee verlief jedoch im Sande. Bei einem nächtlichen Großbrand wurde eine Schreinerei in Haarbach ein Raub der Flammen. Der Sachschaden betrug 1,5 Millionen Mark. LF 16/12 – diesen Namen trägt das neue Löschfahrzeug, das bei einem Festakt im Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben wurde. Weil wichtige Brandschutzrichtlinien nicht erfüllt wurden, ist das Jugendzentrum vorübergehend geschlossen worden. Die Stadt Vilsbiburg hat das JuZ vom Verein Jugendforum komplett übernommen, das Nötigste sollte umgebaut werden.


April
Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür hat die Krankenpflegeschule ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Im April griff die Angst vor der Maul- und Klauenseuche um sich. Ein Hof in Hackelsberg wurde abgeriegelt, nachdem ein besorgter Schäfer das Veterinäramt in Landshut benachrichtigt hatte, weil Jungtiere seiner Schafherde lahmten. Offziell wurde nicht von einem MKS-Verdachtsfall gesprochen, da die Symptome ebenfalls von einer anderen, relativ harmlosen Schafkrankheit stammten konnten. Einen Tag später gab es Entwarnung und die Sperrmaßnahmen wurden aufgehoben.
Eva Ziegler

Vilsbiburger Zeitung vom 28.12.2001

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