"Wir sind ein bisschen mehr Europäer"
Partnerstädte feiern beim Stadtfest ihre fünfjährige Freundschaft

Vergrößerung Bürgermeister Luca Marcuzzo und Helmut Haider

Vilsbiburg. "Zu Gast bei Freunden": Das Motto der Fußballweltmeisterschaft wurde am Samstag in Vilsbiburg gelebt. Fünf Jahre besteht sie, die Städtepartnerschaft zwischen der italienischen Stadt Buja und Vilsbiburg. Anlass genug, zu einer Feierstunde in die Aula der Hauptschule und zum Freund-schaftstreffen beim Stadtfest einzuladen.

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Die große Abordnung der Gäste aus der Region Friaul führte Bürgermeister Luca Marcuzzo aus Buja an. Und er hatte einige Wegbegleiter mit dabei: "Wir haben heute Vereine aus Buja mitgebracht, um zu zeigen, dass diese Partnerschaft allen gehört, nicht nur der Verwaltung." Nur verständlich, dass Bür-germeister Helmut Haider darauf hoch erfreut reagierte. Er sagte: "Schon bei der Gründung unserer Partnerschaft war es mein Wunsch, dass die Bürgerinnen und Bürger eine lebendige Partnerschaft aufbauen und pflegen." Dem Stadtoberhaupt merkte man die Freude bei dieser Begegnung an. Sie übertrug sich auf die vielen Gäste des öffentlichen Lebens, aber auch auf die mitfeiernden Bürger.
Vom Beifall unterbrochen wurde Haider, als er sagte: "Wir Vilsbiburger sind stolz auf unsere Tradition, aber ebenso offen für den Fortschritt. Die jetzt fünf Jahre bestehende Partnerschaft stellt ein Bindeglied aus der Tradition heraus in die Zukunft hinein dar. Wir wollen unseren Teil für ein vereintes Europa erbringen." Bürgermeister Marcuzzo griff den Gedanken auf und versicherte: "Wir wollen die Part-nerschaft. Sie dient der Freundschaft und der Brüderlichkeit unter den Europäern. Nach fünf Jahren Partnerschaft können wir feststellen: Wir sind ein bisschen mehr Europäer."

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Nach soviel Gemeinsamkeit und Herzlichkeit überraschte der Austausch von Gastgeschenken nicht. Still wurde es dabei in der Aula, als Marcuzzo Haider eine Münze überreichte, die an das schreckliche Erd-beben in Friaul vor 30 Jahren erinnerte. Am 6. Mai 1976 zerstörte ein Erdbeben mit dem Epizentrum in Gemona ein 3500 Quadratkilometer großes Gebiet. Viele verloren ihr Leben und viele andere ihr Hab und Gut.

Dann gaben Laura Nicoloso Pitzalis aus Buja und Olympia Weinzierl aus Vilsbiburg der Feierstunde eine sehr persönliche und besinnliche Note. Sie erinnerten wechselweise an den Beginn ihrer Freundschaft vor neun Jahren, also weit vor Beginn der Partnerschaft. Sie beschrieben, dass es einst die Ziegelbrenner gewesen seien, die schon früh eine Verbindung zwischen den Partnerstädten geschaffen habe. Bei ihrem Schlusswort brandete erneut Beifall auf: "Diese unsere Freundschaft, diese unsere Partnerschaft ist eine große Sache."
Sie hatten an alles gedacht, die Organisatoren der Begegnung: die Städtepartnerschaftsbeauftragten Valter Giacomini und Franz Grötzinger. Polizei und Feuerwehr standen bereit, als der Festzug Aufstellung nahm. "D'Vilsbiburger", die schon der Feierstunde den musikalischen Rahmen gegeben hatten, legten nun richtig los. Als zum Einzug der Gäste aus Buja sich die zahlreichen Stadtfestbesucher erhoben und applaudierten, war der Beweis der Zuneigung zwischen

 Olympia Weinzierl und Laura Nicoloso Pitzalis
Valter Giacomini und Franz Grötzinger
den Städten erbracht. Auch von einer kleinen feuchten Abkühlung von oben ließ man sich nicht abhalten, gemeinsam das Stadtfest zu feiern.     Volker Klapdor
    

Text:  Vilsbiburger Zeitung vom 31 07.2006        Fotos:   WG
    

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