Erdbebengedenktag in Buja
Vilsbiburger Delegation zu Gast

Die Vilsbiburger Delegation mit weiteren Gästen vor dem Rathaus von Buja
Die Vilsbiburger Delegation mit weiteren Gästen vor dem Rathaus von Buja

Vilsbiburg/Buja. Es war ein Wochenende, das Franz Grötzinger, der Beauftragte für die Städtepartnerschaft mit Buja, so schnell nicht vergessen wird: Zusammen mit Bürgermeister Helmut Haider, dessen Stellvertreter Rudolf Lehner und Stadträtin Irene Janner war er kürzlich ins Friaul aufgebrochen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen, die an das schreckliche Erdbeben vor 30 Jahren in der Region rund um Buja erinnern.
Die Vilsbiburger Reisegruppe sei sich nach dem Wochenende darüber einig gewesen, dass man überwältigende Eindrücke mit nach Hause nehme. "Es war so ergreifend - das wird man nie wieder vergessen", ist Grötzinger überzeugt.
Rund 1500 Gäste nahmen in Buja an den Gedenkfeiern teil. Am ersten Tag besuchten die Vilsbiburger unter anderem den Ortsteil Monte di Buja mit der Kirche San Lorenzo und die Eröffnung des Medaillenmuseums, das nun in einem alten Haus aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist, das damals beim Erdbeben schwer beschädigt worden war.
Als weiterer Programmpunkt stand ein feierliches Konzert im Dom San Stefano an: Die beiden Orchester, "Banda Cittadina die Buja" und "Associazione Filarmonica Madonna di Buja", spielten klassische Musik, während gleichzeitig auf einer Leinwand Bilder aus dem Friaul gezeigt wurden.
Besonders ergreifend sei dann auch die Gedächtnismesse in der Kirche San Lorenzo gewesen, erinnert sich Grötzinger. Um das Erdbeben nochmals drastisch in Erinnerung zu rufen, habe man plötzlich den Strom abgeschaltet. Und so lag die Kirche auf einmal im Dunklen - und die Glocke schlug in dieser Zeit genau 50 Mal - einmal für jedes Todesopfer, das das Erdbeben damals gefordert hatte.
   

Eintrag in das Gästebuch des neuen Museums Vilsbiburger Delegation überreicht Gedenkkerze
    Eintrag in das Gästebuch des neuen Museums       Vilsbiburger Delegation überreicht Gedenkkerze
      

Auch am nächsten Tag ging es festlich weiter: Auf der Piazza San Stefano vor dem Dom spielten drei Kapellen, der Bürgermeister nahm von den "Alpinis" die Parade ab, und es folgte ein Festgottesdienst in "unbeschreiblicher Atmosphäre", wie Grötzinger berichtet. Dazu trugen nicht zuletzt das Fahnenmeer und die 40 in Azurblau gekleideten Kinder bei, die die Messe begleiteten. Anschließend wurde am Erdbebendenkmal in Buja ein geweihter Kranz niedergelegt. "Da war es mucksmäuschenstill", berichtet Grötzinger. Darauf folgten ein Trompetensolo mit dem passenden Titel "Il silencio" und eine Prozession durch die Stadt.
Ein besonders wichtiger Moment in Buja war für die Vilsbiburger Delegation die Übergabe ihres Geschenks: eine eigens angefertigte, prachtvoll verzierte Gedenkkerze mit den Wappen der beiden Städte. Bürgermeister Helmut Haider ließ es sich nicht nehmen, sein Grußwort auf Italienisch zu sprechen. "Wir sind stolz auf die lebendige Städtepartnerschaft. Für uns ist es deshalb selbstverständliche Verpflichtung sowie auch eine große Ehre, bei dieser Gedenkfeier in Buja dabei sein zu dürfen. Gemeinsam können wir so den damals Geschädigten unsere Anteilnahme ausdrücken", sagte er.
Bujas Bürgermeister Luca Marcuzzo reagierte sichtlich gerührt, als er die Kerze aus Vilsbiburg entgegennahm. Er hatte bereits beim Festgottesdienst mit ergreifenden Worten nochmals allen gedankt, die Buja in der schweren Zeit nach dem Erdbeben beigestanden hatten: "Wir hoffen, dass Ihr unsere Gemeinschaft in euer Herz schließt, eine Gemeinschaft, die niemals das, was ihr geleistet und gegeben habt, vergessen wird, und seine Helfer immer als willkommene Gäste empfangen wird - im Namen der Freundschaft, die ihr uns vor 30 Jahren gebracht habt".
   

Die Kapellen "Genua-Kavallerie" aus Gorizia, "Melcheri" und eine Millitätkapelle
Die Kapellen "Genua-Kavallerie" aus Gorizia, "Melcheri" und eine Millitätkapelle
    

                  Ex-Bürgermeister Aldo Calligaro, die Architektin und die Vilsbiburger Delegation vor dem neuen Museum in Monte

Ex-Bürgermeister Aldo Calligaro, die Architektin und die Vilsbiburger Delegation vor dem neuen Museum in Monte

Die Erdbebengedenkstätte
Die Erdbebengedenkstätte

neues Museum
Die Vilsbiburger Delegation
      Die Vilsbiburger Delegation

Feierlichkeiten zum Gedenktag Feierlichkeiten zum Gedenktag Feierlichkeiten zum Gedenktag
Feierlichkeiten zum Gedenktag

Text:   Vilsbiburger Zeitung vom 15. Mai 2006       Fotos:  Rudolf Lehner

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