Die Kirche von Haarbach

Allgemeines
Baubeschreibung - außen
Baubeschreibung - innen
Inneneinrichtung


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"die capel hat pavt der edel vest bolfgang hackh zu harbach auf sein aigen grut volent nach xpi gepurd MCCCCCX jar"
So steht es rechts am Eingang zur Kirche in Haarbach in gotischen Minuskeln, in einen Rotmarmorstein eingemeißelt.
Wolfgang Hackh zu Harbach hatte also im Jahre 1510 die Kirche auf eigenem Grund errichtet.

Die Kirche steht hoch über dem Ort und diente in früher Zeit als Burg- und Schlosskapelle der Adeligen auf dem Rittergut Haarbach, die im Gotteshaus auch ihre Begräbnisstätte hatten.

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Patronat der Kirche ist der hl. Michael und der hl. Laurentius.
Das von der Herrschaft Haarbach 1413 auf den St. Catharinenaltar zu Vilsbiburg gestiftete Benefizium wurde in die Schlosskapelle von Haarbach verlegt und somit ist 1510 "diese neue Capelle (Kirche) von Wolfgang Hackh neu auferbaut und 1513 eingeweiht worden." Der erste Benefiziat war Johann Baptist Zahler.
1491 verkaufen Wolfgang Hackh zu Harbach, Pfleger zu Geisenhausen und Michael Putzenbeck, Schlosskaplan zu Haarbach wegen einer ewigen Messe in der Kirche von Vilsbiburg ihre eigene Behausung zu Vilsbiburg, - Herberg und Stadl mitsamt 2 Gä
rten.

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Baubeschreibung der Kirche - außen:

Die Kirche ist ein spätgotischer Bau mit barocken Veränderungen.
Es ist eine einschiffige Anlage mit vier Fensterachsen mit dreiseitigem Schluss. Chor nicht ausge-schieden. Der ausspringende Westturm steht in der Mittelachse. Der Turm hat 4 Geschosse und ein Satteldach mit Treppengiebel. An den drei oberen Geschossen befinden sich Spitzbogenblenden. Die Sakristei und die Kapellenanbauten, in denen heute die Grabtafeln stehen wurden später angebaut. Der Kirchenbau ist verputzt.

 

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Baubeschreibung der Kirche - innen:

In der Kirche befindet sich eine durchlaufende Flachdecke an Stelle eines früheren gotischen Rippengewölbes, das vermutlich mit Einbau der Seitenkapellen beseitigt wurde.

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Die schwachen, gefassten Wandpfeiler sind erhalten, aber zu Pilastern verändert. Auch Spuren eines ehemaligen Chorbogens sind noch erkennbar.
Die Öffnungsbögen zu den Seitenkapellen sind spitzbogig und doppelt gefasst. Fenster und das Eingangsportal spitzbogig.

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Inneneinrichtung der Kirche.

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Der Hochaltar ist eine einfache neugotische Anfertigung. Auf dem Hochaltargemälde ist der hl. Michael als Drachentöter dargestellt. An den Altaraußenseiten: links die Figur des hl. Stephanus und rechts der hl. Laurenzius. In der Mitte auf der Mensa ein einfacher Holztabernakel.

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In der nördlichen Seitenkapelle befindet sich kein Seitenaltar mehr.

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Auf der Altarmensa steht eine bemalte barocke Holzfigur St. Josef mit dem Knaben, zweite Hälfte des 17. Jahrhundert.
An den Wänden Grabplatten.

In der rechten Seitenkapelle auf der Altarmensa eine Marienplastik mit dem Jesuskind. An den Wänden Grabplatten.

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An der rechten (südlichen) Langhausseite nach dem Eingangsportal hängt ein modernes Bronzerelief mit dem hl. Georg, dem Patron der Krieger und Soldaten mit der Aufschrift "Unseren Gefallenen und Vermissten".

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Auch der Ambo und das Gestühl im Chorraum ist aus Bronze modern gefertigt. Die Bronzewerke wurden vom Bildhauer Hans Wurmer aus Hausen bei Kehlheim um 1980 gefertigte. Da sich auch in der Kirche von Gaindorf Kunstwerke von ihm befinden hatte der Gaindorfer Pfarrer Stöckl, der auch Haarbach betreute sicherlich in ihm einen künstlerischen Freund.

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An der rechten Langhausseite hängt am Wandpfeiler beim Übergang zum Chor ein Chorkreuz in sehr schöner Arbeit. Im nicht ausgeschiedenen Chor hängt ein Allerseelengemälde "Erlösung aus dem Fegefeuer".

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Im hinteren Teil, an der nördlichen Langhauswand befindet sich eine eindrucksvolle St. Floriansdarstellung in Holz.

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Im vorderen Teil auf der rechten Seite eine spätbarocke Kanzel mit Akantus-schnitzwerk und Rokokozutaten, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kanzel ist ohne Schalldeckel, die "hl. Geist - Taube" hängt an der Wand.

Das hölzernen Kommuniongitter könnte aus der Erbauerzeit stammen.

Im hinteren Teil der Kirche eine hölzerne Empore, Vorderseite und Abstützung alt, Emporegestühl neu.
Auf der Empore befindet sich eine elektronische Orgel.

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An der Emporebrüstung befindet sich der Kreuzweg. Einfache Arbeit auf Holztafeln gemahlen.

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Einige der heute in den Seitenkapellen befestigten Grabsteine, lagen früher auf dem Boden der Kirche. Man erkennt dies auch, an der Abnützung der Oberfläche durch eine Begehung.
Der Grabstein des Stifters der Kirche, Wolfgang Hackh lag früher im Chor, auf der Kanzelseite, er verstarb 1535. Heute steht der rote Marmorstein in der nördlichen Seitenkapelle neben der Altarmensa.
In den Seitenkapellen befinden sich neben den Grabsteinen und Epitaphien der Hackh auf Haarbach auch die deren von Schleich. Näheres in: Die Kunstdenkmäler von Niederbayern V; Bezirksamt Vilsbiburg, von Anton Eckardt; München 1921.

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Text:  Peter Käser, Zenelliring 43; 84155 Binabiburg; Tel: 08741 6999         Fotos:  WG

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