Vils soll neue Grenzen bekommen
Flussraummanagement schreitet voran

Vilsbiburg. Die Stadt ist vor einiger Zeit in das so genannte Flussraummanagement eingestiegen. Das heißt, sie beteiligt sich an einem Projekt, das - eingebettet in ein EU-Programm - die unterschied-lichsten Probleme entlang der Vils von Vilshofen bis Lichtenburg untersuchen und verbessern will. Damit, auf die gesamte Länge der Vils gesehen, nicht eine Masse von Planern eine ganze Bandbreite an Lösungen liefert, wurde ein interdisziplinärer Wettbewerb vom Bezirk Niederbayern ausge-schrieben. Der EU-weite Gewinner aus Baden-Württemberg steht seit einer Woche fest, und der Stadtrat wurde am Montag den 15. November 2004 von den Vertretern des Wasserwirtschaftsamts (WWA) informiert. Betroffene und Interessenten können sich ab Dienstag 16. November 2004 bei einer Ausstellung in der Sparkasse ein Bild vom Siegerplan machen und eine der Dokumentationen erhalten.

 
Bürgermeister Haider                Erich Englmann                  Manfred Hölzlein

Die Ziele des Wettbewerbs für den Vilsraum fasste Bernhard Eichner vom WWA einfach zusammen: die Verbesserung des Hochwasserschutzes, die Optimierung des Freizeitwertes, die städtebauliche Ent-wicklung und verbesserte Fuß- und Radfahrerwege. 50 Bewerber arbeiteten je zweieinhalb Monate für die Planung. Dabei handelt es sich nicht um konkrete Pläne, sondern eher um Vorentwürfe und technisch untermauerte Ideensammlungen, betonte Eichner. Ein Preisgericht, in dem auch Mitglieder des Stadtrats vertreten waren, beurteilte die Vor- und Nachteile von fünf ausgewählten Planungen. Schließlich fiel die Wahl auf eine Arbeitsgemeinschaft aus Baden- Württemberg.


Die Gewinner aus Baden- Württemberg                                                                

Ihr Vorschlag beinhaltet alle notwendigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Stadt. Im zentralen Bereich, also im Stadtkern, ist der Hochwasserschutz nur durch entsprechende Mauern zu gewährleisten. In welchen Maßen die Mauern ausfallen müssen, das können sich Betroffene und Interessenten ab Dienstag 16. November 2004  in der Ausstellung in der Sparkasse ansehen.
   

    
Bernhard Eichner hob bei seinen Erläuterungen hervor, dass die Mauern meist optisch ansprechend und städtebaulich sinnvoll integriert vorgesehen seien. Eine zusätzliche Verbindung zum Balkspitz ist ange-dacht, und zwar in Form einer aufschwimmenden Brücke. Zwischen dieser Brücke und dem Rathaus soll laut Planer eine Bootsanlegestelle entstehen und ein Kunst- oder Skulpturenpark könnte das Areal aufwerten. Vils abwärts, nach der Fußgängerbrücke an der Floßgasse, soll die Vils aufgeweitet werden. Es könnte dort eine Flutmulde entstehen, ohne die Parkfläche ganz zu verschieben. Schließlich müsste zum Hochwasserschutz entlang des Pfarrbrückenweges sonst eine relativ hohe Mauer gebaut werden. Nicht unbedingt die ökologische Variante ist im Plan skizziert. Stadtnahe Bäume sollten den urban geprägten Charakter hervorheben und nutzungsintensive Flächen könnten die verschiedenen städtischen Räume zusammenwachsen lassen. Außerhalb der Stadt sollten erhöhte Wege und unauffällige Geländeauf-schüttungen den Hochwasserschutz sichern. Weiter Vils abwärts ist eine Eislauffläche eingezeichnet. Kleinere Aufweitungen der Vils bedingen eventuell das Abrücken der Kleingartenanlage, wie Eichner erklärte. Die Rennbahn bleibt erhalten. Die Stelle, an der der Rettenbach in die Vils mündet, soll ökologisch aufgewertet werden.       Nadja Pongratz

Textauszüge:  Vilsbiburger Zeitung vom 10.11.04            Fotos:  Walter Burger           Luftaufnahme:   WG

zurück