Heimatverein verweist auf Historie
Stadtplatz: Dionysibrunnen soll bleiben und aufgewertet werden


Vilsbiburg. Heute ist der Stadtrat wieder dran. Nachdem Städteplaner Wolfgang Pfeifer die für den 2. Februar anberaumte Sitzung platzen ließ - er steckte wegen Schneechaos in München fest -, soll heute ab 19 Uhr über das weitere Vorgehen in Sachen Stadtplatzsanierung entschieden werden. Förder- und Werbeverein, Stadtplatzanlieger und Bürger haben bereits ihre Vorschläge zum sanierten Stadtplatz kund getan; einige davon wurden auch in der VZ vorgestellt.
Nun hat sich auch der Heimatverein, mit seinem Museum direkt am Stadttor ebenfalls ein Anlieger, an den Bürgermeister gewandt und seine Wünsche vorgebracht. Dazu schreibt Vorsitzender Peter Barteit:
"Nach unseren Informationen wird daran gedacht, für den Dionysibrunnen zu Gunsten eines Erlebnis-Brunnens einen Standort außerhalb des Stadtplatzes zu suchen. Gegen diese Absicht müssen wir aus historischer Sicht erhebliche Bedenken anmelden. Der Brunnen wurde im Jahr 1979 zum 50-jährigen Jubiläum der Stadterhebung von der Sparkasse gestiftet und damals bewusst im Zentrum platziert. Er symbolisiert die Tradition des Handwerks und der Märkte im alten Vilsbiburg. Beides spielte sich im Wesentlichen an diesem Platz ab. Darauf wies in früherer Zeit die sehr treffende Straßen-Bezeichnung "Im Markt" sehr deutlich hin.
Wenn argumentiert wird, ein runder Brunnen passe nicht in die rechteckige Form des Stadtplatzes, überzeugt dies in keiner Weise. Das Motiv für diese Behauptung speist sich wohl mehr aus dem Unwillen, sich mit der Einbindung des Dionysibrunnens in die Struktur des Stadtplatzes zu beschäftigen.
Gänzlich ungeeignet als möglicher Standort für den Dionysibrunnen wäre der Spitalgarten. Wir plädieren entschieden dafür, dort den fast vergessenen Kremplsetzer-Brunnen wieder zu installieren. Der Brunnen wurde dort im Jahr 1971 anlässlich des 100. Todestages des Vilsbiburger Tondichters aufgestellt. Wir sprechen uns folglich dafür aus, den Dionysibrunnen am Stadtplatz zu belassen. Dabei ist es durchaus möglich, sein Umfeld freundlicher zu gestalten als dies bisher der Fall war.
Der Wunsch einer Bepflanzung, die schlimmstenfalls sogar den Charakter einer Allee bekommen könnte, resultiert wohl aus einem grundsätzlichen Missverständnis. Unser Stadtplatz ist im historischen Sinn kein eigentlicher Platz, sondern vielmehr ein lang gezogener Straßenmarkt mit einer maximalen Breite von 23 Metern und somit nicht für eine massive Bepflanzung geeignet. Die interessante und von vielen Gästen bewunderte Architektur könnte nur allzu schnell verstellt werden. Das Vilsbiburger Zentrum ist wesentlich schmäler als wirkliche Plätze, nämlich jene in Neumarkt-Sankt Veit und Tittmoning, die mit 36 beziehungsweise bis zu 63 Metern eine völlig andere Dimension aufweisen.
Somit müssen wir gegen den Vorschlag einer erheblichen Be stückung des Stadtplatzes ernsthafte Bedenken anmelden. Allenfalls wären einige kleinkronige Gewächse denkbar - beispielsweise als Begleit-Bäume für den Dionysibrunnen oder als Abschluss zur Brücke hin."
Weiter wird Bürgermeister Helmut Haider in dem Schreiben des Heimatvereins dazu aufgefordert, diese Argumentation auch dem Stadtrat darzulegen. Heute bietet sich ausführlich Gelegenheit, auch über die Vorstellungen des Heimatvereins zu diskutieren. Die Sitzung ist für 19 Uhr einberufen.- vw

Vilsbiburger Zeitung vom 24. Februar 2005

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