Stationäres Hospiz in Vilsbiburg

Wallfahrtskirche - Kreiskrankenhaus - Klösterl - Hospiz

  
Weg frei für das erste stationäre Hospiz in Niederbayern
Kreisräte haben sich für Hospizstandort Vilsbiburg entschieden

Innerhalb weniger Wochen kann bereits mit dem Bau des ersten stationären Hospizes in Niederbayern begonnen werden. Die Kreisräte des Landkreises Landshut haben in der Kreistagssitzung am Montag, 15. März, in nichtöffentlicher Sitzung für den Standort Vilsbiburg gestimmt, der Landkreis Landshut stellt ein geeignetes Grundstück in Vilsbiburg für das Hospiz zur Verfügung.

Zusätzlich hat der Orden der Karmeliterinnen St. Josef in Vilsbiburg am Dienstag einen Teil des Klostergartens angeboten, den der Landkreis nun ebenfalls für das Hospiz erwerben kann. Aus den benachbarten Landkreisen kamen bereits positive Rückmeldungen: Die Entscheidung für ein stationäres Hospiz in Vilsbiburg wird beispielsweise vom Altöttinger Landrat Erwin Schneider sehr begrüßt. Landrat Erwin Schneider sieht die Möglichkeit einer künftigen Kooperation der dortigen Palliativstation mit einem stationären Hospiz in Vilsbiburg.

Seit über zehn Jahren hat sich der Landskreis Landshut um ein stationäres Hospiz bemüht. Der Landkreis Landshut hat mit der Kreistagsentscheidung nun alle Rahmenbedingungen und Vorbereitungen für ein stationäres Hospiz geschaffen:

  • Ein vollständiges Konzept zur Umsetzung eines stationären Hospizes ist erarbeitet und liegt dem Sozialministerium sowie den Krankenkassen bereits vor.
  • Das geeignete Grundstück, das in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus liegt, steht zur Verfügung.
  • Ein Bebauungsplan liegt vor.
  • Die finanziellen Rahmenbedingungen sind geklärt.
  • Das Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung (LaKUMed) kann auf eine Reihe von Experten mit palliativmedizinischer Zusatzausbildung zurückgreifen und arbeitet im Bereich der Palliativstation sehr eng und erfolgreich unter anderem mit dem Landshuter Hospizverein und Seelsorgern unterschiedlicher Konfessionen zusammen.
  • Benachbarte Landkreise und der Bayerische Hospizverband unterstützen das Vorhaben zur Errichtung eines stationären Hospizes in Vilsbiburg.

Vilsbiburg: Der geeignete Standort für das niederbayerische Hospiz

„Die Analyse zusammen mit Experten und Fachverbänden ergab, dass Vilsbiburg der geeignete Standort für ein niederbayerisches Hospiz ist. Dadurch kann zusätzlich auch der Bedarf aus den angrenzenden Landkreisen sehr gut abgedeckt werden“, betont Landrat Josef Eppeneder. „Darüber hinaus bietet der Standort Vilsbiburg viele Vorteile: Durch LaKUMed stehen bereits Pflegekräfte mit palliativmedizinischer Zusatzausbildung sowie im Vilsbiburger Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe speziell weitergebildete niedergelassene Ärzte zur Verfügung.

Besonders freut mich, dass der Orden der Karmeliterinnen St. Josef von sich aus einen Teil des Klostergartens für das Hospiz angeboten hat. Der Standort Vilsbiburg bietet für die Patienten die notwendige Ruhe, gleich nebenan befindet sich das Kloster, die organisatorische Versorgung kann vom Krankenhaus Vilsbiburg übernommen werden.“

Das Grundstück ist rund 4.000 Quadratmeter groß. Das Vilsbiburger Stadtzentrum ist zu Fuß oder mit einem Rollstuhl in wenigen Minuten zu erreichen. Außerdem ist Vilsbiburg mit Auto und Bahn gut erreichbar und erschließt ein großes Einzugsgebiet: Die Stadt ist als Mittelzentrum durch Bundesbahn und zwei Bundesstraßen verkehrsgünstig gelegen.

Sein Einzugsbereich erstreckt sich vor allem nach Süden und Osten in die niederbayerischen Landkreise Dingolfing und Rottal-Inn. Darüber hinaus können Teile der Landkreise Mühldorf, Altötting und Erding mitversorgt werden. Die nächsten Hospize sind rund 100 Kilometer entfernt.

In Vilsbiburg ist auch die erforderliche Infrastruktur durch qualifizierte Haus- und Fachärzte, die der Hospizidee aufgeschlossen gegenüberstehen, vorhanden. Es besteht ein sehr aktives Hausarztnetzwerk im südlichen Landkreis, das sich im Bereich Palliativmedizin intensiv fortbildet. Die Stadt Vilsbiburg sowie die kirchlichen Würdenträger unterstützen das stationäre Hospiz ebenfalls mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. „Die Stadt Vilsbiburg hat jede erdenkliche Unterstützung zugesagt, um das Projekt möglichst rasch verwirklichen zu können“, betont Landrat Eppeneder.
  

Haslbeckkeller - geplantes Hospizgelände

  
Stationäres Hospiz: Niederbayern ist unterversorgt

Niederbayern ist neben Unterfranken der einzige Regierungsbezirk Bayerns, der noch kein stationäres Hospiz hat, in der Oberpfalz entsteht derzeit ein stationäres Hospiz. Bis zur österreichischen Grenze in südlicher und östlicher Richtung gibt es auch auf oberbayerischem Gebiet ebenfalls kein Hospiz. Bisher befinden sich für die niederbayerischen Bürger die nächsten Hospize in München. Das Sozialministerium hat für Niederbayern den Bedarf von insgesamt 20 Hospiz-Plätzen ermittelt.

Bedarf für Niederbayern vorhanden

Der Landkreis Landshut setzt sich seit mehr als zehn Jahren für ein stationäres Hospiz in der Region ein. Schon Anfang des Jahrhunderts gab es konkrete Bestrebungen, aber die mit großem Einsatz erfolgten Bemühungen Anfang der 2000er Jahre scheiterten im Wesentlichen an der fehlenden Finanzausstattung des örtlichen Hospizvereins und dem Fehlen einer Institution, wie z. B. eines freien Wohlfahrtsverbandes, die sich als belastbarer Träger eingebracht hätte.

In zahlreichen Besprechungen wurden bereits damals gemeinsam mit Vertretern des Krankenhauses Landshut-Achdorf, der Onkologischen Praxis Dr. Ursula Vehling-Kaiser und dem Hospizverein Standorte für ein stationäres Hospiz gesucht. Ein von der Praxis Vehling-Kaiser zur Verfügung gestelltes Objekt scheiterte aber beispielsweise an der versagten Baugenehmigung für erforderliche Umbauten durch die Stadt Landshut.

Pläne für stationäres Hospiz dem Ministerium bereits im November 2008 vorgestellt

Seit 2008 hat LaKUMed zusammen mit weiteren Kooperationspartnern in einer Arbeitsgruppe erneut den Bedarf für ein stationäres Hospiz geprüft und ein Rahmenkonzept erarbeitet. Im November 2008 wurden die Pläne für ein stationäres Hospiz im Beisein des Hospizvereins Landshut dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern vorgestellt und das weitere Vorgehen abgesprochen.

Der örtliche Hospizverein, vertreten durch die Vorsitzende Charlotte Girod, hat seine Bereitschaft erklärt, das Vorhaben zu unterstützen, eine eigene Trägerschaft aber mangels finanzieller Möglichkeiten nicht in Aussicht stellen können. Dem Landkreis Landshut liegt auch ein aktuelles Schreiben des Hospizvereins Landshut vom Februar 2010 vor, in dem der Hospizverein betont, dass er eine baldige Realisierung eines stationären Hospizes sehr begrüßt und in jedem Fall dem Betreiber eines stationären Hospizes seine Zusammenarbeit anbietet.

Schon 2008 stand Grundstück für ein Hospiz zur Verfügung

Bereits seit Mitte 2008 stand für ein stationäres Hospiz ein Grundstück des Landkreises, das sich im Stadtbereich von Landshut befindet, zur Verfügung; eine Baugenehmigung von Seiten der Stadt konnte allerdings nicht erteilt werden.

Landrat Josef Eppeneder hat mit Schreiben vom 11. November 2009 die Stadt Landshut aufgefordert, sich bis 1. Dezember 2009 über die Realisierbarkeit des Hospizes auf dem „Blattner-Grundstück“ in Landshut-Achdorf zu äußern. Nachdem bis Anfang Februar 2010 das Schreiben von Landrat Eppeneder vom 11. November 2009 an die Stadt Landshut mit der Bitte um verbindliche Stellungnahme zur Bebaubarkeit des „Blattner-Grundstückes“ trotz nochmaliger Aufforderung am 26. Januar 2010 nicht beantwortet wurde, wurde eine Konzeption für ein Hospiz am Standort Vilsbiburg erstellt.

Auch das Mitte Februar erfolgte Antwortschreiben der Stadt ließ auf keine schnelle Entscheidung für einen Bau des stationären Hospizes in Landshut-Achdorf hoffen. Das von der Stadt und Klinikum in einer Pressemitteilung im Februar angekündigte Kooperationsangebot in Sachen Hospiz liegt bisher weder dem Landkreis Landshut noch LaKUMed vor.

Der Kreistag hat sich in der Sitzung am 15. März 2010 daher für das Grundstück in Vilsbiburg entscheiden und damit den Weg für den Bau eines stationären Hospizes frei gemacht.

Bayerischer Hospiz- und Palliativverband begrüßt zügige Entscheidung

„Der vom Landshuter Hospizverein lang gehegte Wunsch nach einem stationären Hospiz in der Region scheint in greifbare Nähe zu rücken“, erklärt Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes. „Aus Sicht des Landesverbandes geht es hier um die Realisierung der stationären Hospizversorgung für Niederbayern.

Für ganz Niederbayern sind planerisch zunächst nur 20 Plätze vorgesehen. Es ergibt sich dadurch ein großes Einzugsgebiet, das beim ersten niederbayerischen Hospiz nicht nur Stadt und Landkreis Landshut umfassen können wird. Hier müssen wir in größeren Zusammenhängen denken.“

Dr. Erich Rösch sieht aufgrund seiner persönlichen Ortskenntnisse im Standort Vilsbiburg daher durchaus Vorteile: „Da zusätzlich zum Einzugsgebiet des Landkreises Landshut die B299 und B388 auch eine schnelle Erschließung Richtung Landkreis Rottal-Inn, der ebenfalls unterversorgt ist, bieten, wurde dieser zusätzliche Standortvorteil, den Vilsbiburg bietet, den Genehmigungsstellen zur wohlwollenden Einbeziehung in ihre Entscheidung anempfohlen.

Ein stationäres Hospiz zu betreiben ist neben den fachlichen Fragestellungen auch ein unternehmerisches Risiko. Der Landkreis Landshut ist hier sehr kompetent in Vorleistung gegangen, hat in 14 Monaten Konzept, Finanzierung, Investor, Bauplatz auf die Beine gestellt und die nötigen Behördenschritte in Ministerium und Krankenkassen abgeklärt. Von Seiten des Landesverbandes empfehlen wir, nun die politischen Differenzen beiseite zu lassen und sich im Schulterschluss von Stadt und Landkreis auf die Realisierung des Vorhabens zu konzentrieren.“

Der Landkreis Landshut ist weiterhin bemüht, die Stadt Landshut einzubinden, und hat die Stadt bereits über die Entscheidung des Kreistages informiert.
  

Beginn der Abbrucharbeiten

 Text:    www.landkreis-landshut.de                    Fotos:   WG

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