Kleinkunsttage 2009 im AUT.OS

Helmut Schleich
"Der allerletzte Held"
am 28. November 2009 im AUT.OS

   
Helmut Schleich - Der allerletzte Held


Skurrile Helden mit Schürze und Allergie

Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich sorgte als Politiker, Papst und Hausfrau für Lacher, skurrile Helden mit Schürze und Allergie.
Die bayerischen Ministerpräsidenten und die Helden haben es Helmut Schleich angetan. Das Publikum bog sich vor Lachen, als der Münchener Kabarettist als «Der allerletzte Held» voller Skurrilität und Satire in die verschiedensten Rollen schlüpfte.

 

lmut Schleich - Der allerletzte Held

 

lmut Schleich - Der allerletzte Held



  lmut Schleich - Der allerletzte Held lmut Schleich - Der allerletzte Held

Der Heldensammler hat schon viele seiner Idole gesammelt, egal ob auf Ebay, Panini-Bildchen («vier Beckenbauers und einen Maradona») oder am Kriegerdenkmal. Aber «ich nehm’ nicht jeden» stellt der oberbayerische verkappte Geschäftsmann Hartmut Schlauch klar und gibt immer wieder einen «Mund-furz» von sich. Auch als tattriger Alter - «für den Ersten Weltkrieg zu alt, über den Zweiten haben sie mich nicht informiert» - sinniert er über die Helden der Front und die «Helden der Musik». Und immer wieder kommt er in dieser Rolle seiner «musikalischen Bringschuld» nach und schreit die Töne nur so heraus.
Ständig wechselt Schleich Rollen und Themen, doch seine Helden ziehen authentisch karikiert durch das ganze Programm. Neben Politikern wie Helmut Kohl und Guido Westerwelle oder Karl Theodor zu Guttenberg, dem «politischen Wickelkind aus Oberfranken», hat es ihm besonders Franz Joseph Strauß angetan, von dem Edmund Stoiber «14 äh oder acht» Büsten besitzt. Jedoch nicht nur den leibhaftigen Franz Joseph Strauß sieht man vor sich, auch bei Ottfried Fischer muss der Zuschauer genau hinschauen. In «Otti’s Schlachthof» geben sich der parodierte Kabarettist und Joseph Ratzinger nach dem «Servus Benedikt» ein Stelldichein.
 

lmut Schleich - Der allerletzte Held lmut Schleich - Der allerletzte Held

 

lmut Schleich - Der allerletzte Held

 

lmut Schleich - Der allerletzte Held


Doch der Komiker schlüpft auf der Bühne nicht nur in Berühmtheiten. Er ist auch der Steinmetz, die Hausfrau mit Schürze und Haarreif, die mit ihrem Mann «Lippenstift immer selber gemacht» hat oder der verschwitzte dicke «Hungerkünstler». Auch die Nationalitäten scheut er nicht: Ob als Bayer, der eine «Freundlichkeitsallergie» gegen die netten Bedienungen ohne menschliche Regungen hat, oder als Chinese. Die «Feng Shui Kontrolle» und Kochen «mit ein bisschen Glutamat» lassen grüßen.
Als tattriger, stotternder Alter mit Zylinder kommt er zum Schluss aber doch wieder auf die Helden zurück: «Wo ist der allerletzte Held?»
Doch nicht die Bomberpiloten und Selbstmordattentäter von heute sind es, das Heldenepos «Ich über mich» auch nicht und wohl auch nicht die Technik, die das Publikum auf Hinweis des Kabarettisten be-klatscht. «Nur von der eigenen Heldentat weiß man sicher, dass es eine echte ist», resümiert Schleich.
Diese und seine allerletzten Helden gibt er den Besuchern auf CD mit auf den Weg, nur, dass er dabei nicht, wie einige Kollegen, «den Ausgang blockiert».

lmut Schleich - Der allerletzte Held   lmut Schleich - Der allerletzte Held

 

Text:   Doris Hofmann (Hilpoltsteiner Zeitung  5.11.2009)                 Fotos:   WG

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