Vier Tage lang Bikini statt Wintermantel:
Heißes Strandfeeling unter einem Dach
Beachparty stemmte sich erfolgreich gegen kalte Winternächte - Über 8000 Besucher
Vilsbiburg. Schnee, wohin das Auge blickt und Rekordtemperaturen im Minusbereich. Wen interessiert`s? Die Narrhalla hat Petrus und Frau Holle zum achten Mal eins ausgewischt und Vilsbiburg in ein Strandparadies verwandelt. Vier Tage lang konnte man Mütze, Schal und Schüttelfrost über Bord werfen und in die Stadthalle flüchten, wo der Bär und über 8000 Menschen tanzten. Aufheizende 40 Grad, super Musik und Bars an allen Ecken und Enden taten das Übrige: Die Beachparty war wieder einer der Faschingsrenner schlechthin.

Wieviel Arbeit dahinter steckt, aus der Stadthalle einen Partystrand zu zaubern, kann man sich vor dem geistigen Auge wohl nur andeutungsweise vorstellen. Als in Vilsbiburg noch die Christbaumkugeln hingen, machten sich an die 60 Mitglieder der Narrhalla schon an die Arbeit, für vier Tage ein nahezu einmaliges Faschingsspektakel auf die Beine zu stellen
.

Daß dies zweifellos gelungen war, offenbarte sich den ersten Besuchern schon am Donnerstag. Wer gute Laune mitgebracht hatte, war gut aufgehoben - für Strandfeeling hatte die Narrhalla gesorgt. Und die Gruppe "Wipe out": Fetzige Stimmungsmacher oder einfach nur abtanzen - die sechsköpfige Band spielte bekannte Songs nach, das aber hervorragend. So heizte sich nicht nur die Stimmung an, sondern auch in der Stadthalle herrschten bald tropische Temperaturen. Logisch, daß die Bekleidung der Damen und auch der Herren immer knapper und die vielen ehrenamtlichen Helfer an den Bars immer geschäftiger wurden.

An fünf Stellen des künstlichen Strandareals gab es fast alles gegen den Durst - ob Jacky Cola, Caipirinha oder Cuba Libre. Der Bierkonsum hatte heuer merklich nachgelassen, sagte Mitorganisator Anton Butz jun., Schnäpse aller Art waren dafür umso beliebter. Beim kleinen Hunger zwischendurch sorgte die lange "Küchenmeile", an der man sich sogar von MdL Josef Eppeneder bedienen lassen konnte, für Abhilfe.

Höhepunkt der Beachparty - gerade für die Jüngeren und die Junggebliebenen - war wie immer der Freitag. Lange Warteschlagen auch noch nach Mitternacht - glücklich der, der noch eine Karte ergattern konnte. Wer allerdings einmal drin war, und seine überflüssigen Kleidungsstücke bei den fleißigen Garderobenhelfern losgeworden war, für den hatte sich das Warten wirklich gelohnt.

Die Stimmung schien noch besser, die Musik noch lauter und die Damenbekleidung noch knapper als je zuvor - die Halle kochte. Die Hauptverantwortlichen: DJ Martin Domkar und DJ Stefan Schwabeneder - schon ein Vertrauter der Beachparty - vom Hitradio Ö3. Der Sender aus der Alpenrepublik stand seinen Vorgängern wie Antenne Bayern oder Radio Gong in nichts nach. Die beiden Stimmungskanonen hatten CDs für jeden Geschmack eingepackt, von Britney Spears bis zur NDW. Über 2500 Strandgänger mußte die Stadthalle an diesem Tag aufnehmen, die auch um 3 Uhr in der Nacht noch proppenvoll war. DJ Martin Domkar war begeistert. Viele Geschichten über die Beachparty hatte er schon gehört, seine Erwartungen wurden allerdings weit übertroffen.

Was ein eiserner Beachparty-Gänger war, den fand man auch einen Tag später wieder im heißen Getümmel. Diesmal war es die Band "Moonzz", die schon zum zweiten Mal in Vilsbiburg vertreten war und den musikalischen Part übernahm. Und die Band aus dem Schwabenland heizte dem Publikum ganz gehörig ein: Mit einem Mix aus Hits der 70er, 80er und 90er Jahre traf man genau den Geschmack der Gäste, die am Samstag durchschnittlich etwas älter waren als am Freitag.

Die Tanzfläche vor der Bühne war eigentlich durchgehend überfüllt, meistens war es schwer, dort einen Platz in der wogenden Masse aus geschüttelten Körpern und hochgerissenen Armen zu finden; aber manche Partygänger hatten gegen engeren Körperkontakt wohl auch nichts einzuwenden.

Insgesamt ging es am Samstag zu wie an den anderen Tagen auch: Abtanzen bis zum Schweißausbruch, dann ein kühler Drink an einer der ständig umlagerten Bars und dazu vielleicht ein kleiner Snack - und dann alles wieder von vorn. In den ruhigeren Ecken der Halle konnte man sich auch eine Auszeit nehmen und das Treiben einfach nur beobachten. Wer in Begleitung gekommen war, konnte sich bei so einer Gelegenheit fürsorglich die Schweißperlen von der Stirn tupfen lassen.
Mußten Kinder die Tage zuvor noch brav zu Hause bleiben, so war die Stadthalle am Sonntag im Beschlag der Kleinsten. Die wußten die 210 Tonnen Sand wohl erst richtig zu würdigen, denn wo kann man im tiefsten Winter schon Sandburgen bauen? Auf musikalische Unterhaltung mußten auch die Kinder nicht verzichten - "Cut the Cake" wußte genau, was den Kids gefiel. Während der Sand zu fantasievollen "Baumaßnahmen" genutzt wurde, vertrieben sich die Eltern an den vielgeliebten Bars die Zeit.

Viel Aufräumarbeit steht der Narrhalla zwar immer noch bevor - ein Event, das seinesgleichen sucht aber liegt hinter den Veranstaltern. Fortsetzung sehr erwünscht. Ben Weinberger/Michael Betz
Text: Vilsbiburger Zeitung vom
01.02.2000
Fotos am Freitag: Thurmeier Josef
Fotos am Samstag: Meder Markus
Fotos am Sonntag: Bürgerinformationen Stadt Vilsbiburg