Lange und heiße Nächte am Vilsstrand

Pack die Badehose ein: Internationale Besucher amüsierten sich bei Beachparty der Narrhalla

V i l s b i b u r g . Rund 15 Zentimeter Schnee, sibirische Kälte - man könnte meinen, daß am Wochenende vor allem Schneeanzug, Mütze, Schal und Moonboots gefragt waren. Weit gefehlt! Kurze Röcke, enge Pants und knappe Oberteile machten das Rennen, schließlich war in Vilsbiburg von Donnerstag bis Sonntag wieder Beachparty angesagt. Auch nach sieben Jahren hat die Beachparty der Narrhalla nichts an Faszination verloren.

In kurze Worte lassen sich die vier Tage so fassen: In Vilsbiburg stieg wieder die heißeste Party im Landkreis. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass dafür natürlich Einiges an Organisation und noch mehr Arbeit steckt. So hieß es im Vorfeld, in etwa sechs Wochen die Stadthalle zu einem Sandstrand umzuwandeln und zu dekorieren. Mit dem Beginn der Beachparty wurden die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger.
Als sich dann am Donnerstag Abend die Türen öffneten, zeigte sich, dass sich die Anstrengungen wieder einmal gelohnt hatten. Offenbar noch mehr Besucher als in den vergangenen Jahren fanden an den vier Tagen den Weg in die Stadthalle. Viele ließen sich auch von den chaotischen Wetterverhältnissen nicht abschrecken: Gemäß dem Motto "Alle Wege führen nach Vilsbiburg" trotzten sie Schnee und Eiseskälte, um sich bei sommerlicher Hitze zu amüsieren. "International" präsentierten sich die Besucher, kamen sie doch nicht nur aus dem Landkreis. So gesellten sich zu dem Gumpoldskirchener Stammpublikum weitere Gäste aus unserem Nachbarland: Die Vilsbiburger Beachparty hat sich bis nach Innsbruck rumgesprochen. Daß auch schwäbischer Dialekt zu hören war, dafür sorgte eine Delegation aus Nördlingen.

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An fünf Bars stillten die vielen freiwilligen Helfer die noch zahlreicheren durstigen Kehlen. Bewundernswert ist der Zusammenhalt hinter den Kulissen: Sämtliche Generationen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Beachparty ein Erfolg wird. So halfen Eltern der Gardemädels genauso wie Bauhof-Leiter Toni Butz sen. und "Villa"-Chef Hans Häglsperger. Dieser zauberte in der Showshake-Bar mit fliegenden Flaschen und Eiswürfeln leckere Cocktails.
Am gefragtesten in den Bars waren die Klassiker Cubra Libre und Jacky Cola. Auf der antialkoholischen Getränkekarte gab es 1999 einige Neuigkeiten: So wurden in der "Cool Runnings"-Bar unter anderem Iso-Power, sowie die Mischgetränke Karotte-Orange und Apfel-Kirsch ausgeschenkt.
Dass Tanzen und Hitze nicht nur durstig macht, sondern auch hungrig, spürten vor allem die Helfer in der Snackbar: Es wurden in vier Tagen etwa 35 bis 40 Quadratmeter Pizza gebacken.

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Die erste heiße Nacht am Donnerstag wurde gleich zu einem vollen Erfolg: Die bekannte Band "Outback" sorgte für den musikalischen Untergrund, die Besucher dankten mit super Stimmung bis in die Morgenstunden.
Hitverdächtig ist inzwischen der Freitag: Weit im Vorfeld waren die Karten ausverkauft, glücklich konnten sich die schätzen, die noch welche an der Abendkasse ergatterten. Dementsprechend ging es dann auch in der Halle ab. Der Radio Gong 96,3-DJ Stefan Schwabeneder hatte das relativ junge Publikum schnell auf seiner Seite. Von seiner Musik fühlte sich aber auch wirklich jeder Besucher angesprochen: Von den Backstreet Boys bis zu NDW; es gab keine Musikrichtung, die er nicht kannte. So tanzten leichtbekleidete Mädels direkt vor dem DJ auf der Bühne, dicht umlagert war auch stets die Tanzfläche. Prominentester Gast war an diesem Freitag wohl MdL Josef Eppeneder, der sich ebenfalls prächtig amüsierte.

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Auf musikalisches Neuland wagten sich die Beachparty-Organisatoren am Samstag: Die hierzulande unbekannte Band "Moonzz" wurde angekündigt. Mit leichter Verspätung begannen die sieben Mannen und eine Frau aus dem Schabenländle zu spielen - steckte der Sänger doch im Schneechaos fest. Auch so mancher Besucher fand (wetterbedingt) erst später in die Stadthalle; dafür ging dann aber richtig die Post ab. Mit "Moonzz" hatte man einen Glücksgriff gemacht, sie verstanden es, dem tanzwütigen Publikum kräftig einzuheizen. Von derzeitigen Hits über Schmusesongs (Sternwerfer!) und Schlager bis hin zu waschechten Klassiker der Musikgeschichte - rockig aber gut.

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Hatten die feierwütigen Erwachsenen die Stadthalle drei Tage lang in Beschlag genommen, so war diese am Sonntag fest in Kinderhand. Zum Grundwasser konnten die Kids zwar nicht schaufeln, dafür aber bis zum Hallenboden. Es wurden aber nicht nur Sandburgen gebaut, zu den Klängen der Band "Sparifax" tanzten die Kinder auch wild umher. Die Eltern dagegen ließen es an diesem Tag eher ruhig angehen, war es für einige doch der vierte Beachparty-Tag.
Der harte Kern rund um Elfer-Präsident Toni Butz jun. hatte vier Tage hinter sich, die mit nur wenig Schlaf gesegnet waren. Als sich dann am Sonntag Nachmittag die Halle langsam leerte, machte sich neben völliger Erschöpfung auch Zufriedenheit breit. Man hatte Tausenden von Besuchern schöne Nächte bereitet. Sigrid Hagl

Text: Vilsbiburger Zeitung vom 02.02.1999
Fotos: Bürgerinformationen Erstauflage 1999

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