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"Der Berg" ist für viele Vilsbiburger ein Ort mit
vielfältigen Erinnerungen, eine Stätte der Zuflucht, von der Trost und Hilfe ausging.
Jahrzehntelang waren die Kapuziner auch mit der Krankenhaus-Seelsorge betraut, und der
"Dreizehnte", der Vilsbiburger Fatimatag, war ein Festtag der Marienverehrung.
Vor allem die älteren Vilsbiburger waren in ihrem Glauben von den Kapuzinern geprägt;
nicht umsonst waren die großen Seelsorger des Berges mit hohen Ehren der Stadt bedacht
worden. Die Menschen der Stadt und aus einem weiten Umland hielten treu "zum
Berg" und spendeten stets Geld wie Naturalien, wenn die Patres - etwa zur Renovierung
der Bergkirche - darum baten.
"Unsere Personalnöte sind sehr, sehr groß", sagte der Pater Provinzial, Werner
Labus, in seiner Begrüßung. Den Konvent in Vilsbiburg aufzulösen, sei eine
schwerwiegende Entscheidung, zumal hier das Grab von Pater Viktrizius Weiß liegt, dessen
Seligsprechung die Kapuziner verfolgen. Diese werde unvermindert weiterverfolgt, versprach
Pater Werner, und auch zur Mithilfe in der Wallfahrt würden sich die Mitbrüder gerne
rufen lassen.
Stadtpfarrer Siegfried Heilmer erinnerte in seiner Rede an die großen
Seelsorger-Persönlichkeiten, die während der 212 Jahre des religiösen Wirkens der
Kapuziner die Stadt prägten. Das Grab von Pater Viktrizius werde weiterhin eine
Gebetsstätte bleiben, auch Pater Olaf und Pater Pius würden den Menschen hier in
besonderer Erinnerung bleiben.
Dank sagte der Stadtpfarrer auch an Pater Werner, dass die Pfarrei rechtzeitig von der
Entscheidung der Kapuziner unterrichtet wurde. In der Zwischenzeit habe man eine Lösung
gefunden, damit die Wallfahrtsseelsorge übergangslos weitergehen könne: Kaplan Karl
Heinz Seidl wird neuer Wallfahrtsdirektor auf dem Berg in einer Seelsorge-Einheit mit der
Pfarrei. Dennoch: "Es tut weh, wenn auf dem Berg keine Kapuziner mehr sind. Das
Kloster wird für sie immer bestehen und offen bleiben", sagte Heilmer.
Bürgermeister Helmut Haider verabschiedete sich mit einem Bild von der Lichterprozession
von den Vilsbiburger Kapuzinern. Im Rathaus habe man alles versucht, den Orden in seiner
Entscheidung umzustimmen, jedoch müsse man die Begründung am Ende akzeptieren.
Wenngleich er froh sei, dass die Seelsorge auf dem Berg weitergehe, so Haider, ende mit
dem Weggang der Patres ein Stück Stadtgeschichte: "Die Menschen aus Vilsbiburg und
aus den Nachbargemeinden werden Sie nicht vergessen".
Dekan Walter Schnellberger und der Vorsitzende der Kirchenstiftung, Fritz Boger, waren
weitere Redner. Boger versieht zusammen mit Organist Eugen Polster seit 43 Jahren seinen
Dienst auf dem Berg, nachdem beide neunjährig als Ministranten bei Pater Olaf begannen.
Er erinnerte an die eindrucksvollen Gottesdienste anlässlich des Schülertreffens und des
Freilichtspiels: "Wir sind glücklich, dass wir jetzt einen jungen Geistlichen
gefunden haben, und hoffen, dass der Strom der Beter auf den Berg nicht abreißt".
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