Ein Blick hinter die Klostermauern
Ein Besuch im Vilsbiburger "Klösterl"

Vilsbiburger Zeitung zum 100 jährigen Jubiläum
 

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Das Karmelitinnenkloster in Vilsbiburg wurde 1906 vom Karmelitinnenkloster in Himmelspforten/ Würzburg gegründet. Die sechs Schwestern bezogen das ehemalige Kapuzinerkloster, das ihren Bedürfnissen entsprechend um-  bzw. ausgebaut wurde. Im Laufe der 100 jährigen Geschichte des Klösterls, wie es liebevoll im Volksmund genannt wird, durchlief die Klostergemeinschaft viele Höhen und Tiefen. Derzeit besteht die Gemeinschaft aus acht Schwestern im Alter zwischen 39 und 81 Jahren und verdient ihren Lebensunterhalt mit einer Hostienbäckerei.
Ferner stellen die Schwestern verschiedene kunsthandwerkliche Gegenstände her und entwerfen sakrale Glasobjekte. 

                                         
 Siehe www.ck-glasgestaltung.de
 

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Der Karmelorden ist von seinen Ursprüngen her ein kontemplativer Orden und eremitisch geprägt. Ein genaues Gründungsdatum bzw. einen Ordensgründer im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Wohl aber gibt es schriftliche Zeugnisse, die von Eremiten (Einsiedlern) sprechen, die bereits ab dem 4. Jh. n. Ch. im Karmelgebirge von Palästina ein zurückgezogenes Leben ausschließlich im Dienst Gottes führten. Bedingt durch die unruhigen Zeiten der Kreuzzüge verbreitete sich diese Eremitengemeinschaft in ganz Europa. Um das Jahr 1200 schließen sich dessen Mitglieder zu einem Orden zusammen und erhalten 1226 vom Papst offiziell die Anerkennung dieses Status.
    

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Im 16. Jh. war es dann die Hl. Teresa von Ávila, die zusammen mit dem Hl. Johannes vom Kreuz den Karmelitenorden grundlegend reformierte und ihm sein heute noch bestehendes Gesicht gab. Teresa war es auch, die dem bis dahin streng eremitisch ausgerichteten Orden die gemeinschaftliche Dimension hinzufügte. Ferner prägte sie den Ausdruck „Beten ist in Freundschaft Leben mit Gott“, d.h. Sinn und Ziel des karmelitanischen Lebens ist es , mit Gott in Freundschaft zu leben. Im Unterschied zu den sogenannten apostolischen Orden, die zumeist in sozialen oder caritativen Aufgaben tätig sind, ist der Karmelorden als kontemplativer (beschaulicher) Orden „nur“ auf dieses Ziel hin ausgerichtet.

Text:   Karmelitinnenkloster (Tel. 08741 1848)       Fotos:  WG

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