Hart aber deftig - Zehn Jahre Trio Infernale

Hans Seidl, Jürgen Meyer und Bernhard Weindl
nehmen sich kein Blatt vor den Mund  

  

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"Hart aber deftig - Ein Abend mit einem konzertierenden Dreizylinder aus dem Vilstal", hieß es in der Einladung des Trio Infernale. Mit einem bunten Potpourri ihrer Lieder, ließen Hans Seidl, Jürgen Meyer und Bernhard Weindl die zehnjährige Geschichte des Trios noch einmal Revue passieren. Damit sorgten sie für fast vierstündiges Dauerlachen, das nur durch begeistertes Klatschen unterbrochen wurde.

Es war ziemlich genau vor zehn Jahren, als sich Jürgen Meyer, Hans Seidl und Bernhard Weindl zusammen taten, um im Fasching aufzutreten. Die Narrhalla war damals im Aufwind und bastelte an einem neuen Konzept für die Inthronisation. Dabei suchten sie kreative Menschen, die vielfältige Ideen beisteuern könnten. Und die konnten die Drei praktisch am laufenden Band produzieren. Mit spitzer Zunge und wachen Augen nahmen sie die kleinen und großen Schwächen so mancher Vilsbiburger "Prominenter" aufs Korn. Damit hatte dann auch der damalige Hofmarschall, Sebastian Huber, gleich den passenden Namen für sie bereit: "Trio Infernale"

  

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Mit ihrem ersten Auftritt im Fasching 1991/1992 zeigten sie, dass sie diesen Namen nicht zu Unrecht trugen. Gekleidet mit Frack und Zylinder, sangen sie bitterböse Lieder mit todernster Miene und sorgten für absolute Lacherfolge bei der Inthronisation. Daran hat sich in den vergangenen zehn Jahren nichts geändert. Das Trio Infernale mauserte sich zum festen Bestandteil der Narrhalla-Inthronisation und so mancher Vilsbiburger stellte sich die bange Frage, ob er diesmal "durch den Kakao gezogen" werde.
   

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Allein schon die Moderation zwischen den Liedern, die zumeist spontan und ohne große Vorbereitung präsentiert wird und sofort auf etwaige Aktionen unter den Zuschauern reagiert, sorgt für so manchen Lacher.
So ließ das Trio Infernale seine zehnjährige Geschichte noch einmal Revue passieren und die Geschichte erwies sich als eng verknüpft mit den Geschichten und Geschichtchen, die zum jeweiligen Zeitpunkt gerade Tagesgespräch in und um Vilsbiburg waren. Das waren so Lieder wie "Da Pfister, da Aschi und d'Frau Koj", in dem die vielfältigen Versuche des Förder- und Werbevereins besungen wurden, mit Aktionen Vilsbiburg zu bereichern und natürlich nebenbei die eigene Geschäftskasse. Beleuchtet wurden aber auch die herausragende Akustik der Stadthalle, die fehlende Umgehungsstraße oder der vergebliche Anlauf von Gisela Floegel in den Bundestag.

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Nicht fehlen durfte aber auch Schwimmmeister Rudi Richter ("Macho, Macho"), der Stadtpfarrer Siegfried Heilmer ("Was kann der Siegfried denn dafür, dass er so schön ist") oder ein Aufenthalt in der chirurgischen Ambulanz des Kreiskrankenhauses ("I sitz schon da seit sechs Stund, mei Hintern is scho ganz wund"). Nicht zu Unrecht kann das Trio Infernale von sich behaupten, ein Stück Zeitgeschichte geschrieben und verarbeitet zu haben. So meinte denn auch Moderator Hans Seidl ganz ungeniert, dass der VZ-Reporter Einfluß nehmen solle, dass Straßen und Plätze nach ihnen benannt werden sollten. Er stellte sich beispielsweise vor, dass der Stadtplatz nach ihm benannt werden solle, ein Parkplatz nach Jürgen Meyer und eine Sackgasse nach Bernhard Weindl. So mussten sich während des gesamten Abends Jürgen Meyer und Bernhard Meyer immer wieder neue Nettigkeiten ihres dritten Partners anhören, bis sie nach der Pause erbarmungslos zurückschlugen.

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Zur Musik von "Staying alive" von den Bee Gees empfahlen sie ihm, das Singen doch sein zu lassen ("Wenn er sing, dann tuat des wia a Nebelhorn, der Seidl Hans"). "Ich dachte, sie sind kunstsinnig", meinte anschließend Hans Seidl an das begeisterte Publikum gewandt, "dabei sind sie bösartig und gemein". So haben die drei Freunde die Rollen, die sie im Trio Infernale darstellen, immer mehr kultiviert: Hans Seidl als Moderator, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und am liebsten ordentlich verbal austeilt. Jürgen Meyer als der musikalische Kopf, der Hans Seidl nur manchmal bremsen kann und Bernhard Weindl, der sich den Seitenhieben von Hans Seidl nur schwer erwehren kann. Aber auch Mitglieder der Narrhalla waren immer wieder beliebte Zielscheiben des Trios.

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So wurde der beliebte Inthronisationsballkartenvorverkauf ebenso beschrieben, wie der jetzige Hofmarschall Andi Finkenzeller, Prinz Hans mit seine "schlicke Fiaß" oder Kassier Fritz Boger, der sich vom kleinen Raubritter bei der Volksbank zum Mesner auf dem Berg gewandelt habe. Nicht fehlen durfte aber auch der Bürgermeisterwahlkampf vor fünf Jahren, der Jaguar der "flotten Lotte", die gelungene Milleniums-Silvesterparty oder die Schaufenster-Verhüllaktion des Förder- und Werbevereins. Beim Hören musste man als Zuhörer, trotz aller Unterhaltung, vielfach erkennen, dass die Lieder des Trio Infernale nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hatten. Eine andere Erkenntnis ist, dass jeder, der die Jubiläumskonzerte des Trio Infernale nicht gehört und erlebt hatte, schlichtweg etwas versäumt hat.
Harald Schwarz

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Text:
Vilsbiburger
Zeitung
vom 16.10.2001

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Fotos:
 
WG


Veranstaltung
am 16.11.2001
in der Vilstalhalle
 

    

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