ChorGemeinschaft Vilsbiburg
Cäcilienmesse am 15. November 2008 in der Aula der Hauptschule

   

ChorGemeinschaft - Cäcilienmesse

 
   
 

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Bericht von Peter Forster

Schlichtheit und Bombast: „Cäcilienmesse“ im Herbstkonzert

Chorgemeinschaft führte die beliebteste Messe von Gounod auf – Irmgard Gorzawski wirkte als Harfenistin mit

Vilsbiburg. Die Heilige Cäcilia ist die Schutzpatronin der Kirchenmusik. Passend zu ihrem Namens-tag (22. November) führte die Chorgemeinschaft Vilsbiburg nur wenige Tage davor, am Samstag, 15. November, die „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod auf, wie immer gemeinsam mit dem Konzertchor Landshut und dem Landshuter Sinfonieorchester. Die Gesamtleitung hatte Peter Röckl, der als Solisten Sonja Philippin (Sopran), Christian Fliegner (Tenor) und Matthias Ettmayr (Bass) gewählt hatte. Dazu kam als Harfinistin die Vilsbiburgerin Irmgard Gorzawski, die die Chöre in der Cäcilienmesse begleitete.

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Denn die Messe solennelle zu Ehren der Hl. Cäcilia bedarf einer ausgesprochen üppigen Begleitung. Neben einer Harfe gehört dazu eine Orgel, und auch das Orchester muss um einige zusätzliche Musiker aufgestockt werden, vor allem bei den Bläsern. Wäre nicht dieser große instrumentale Aufwand, so würde das bekannteste kirchenmusikalische Werk des französischen Komponisten Gounod wohl häufiger aufgeführt.
Denn beliebt ist die Messe allemal. Weist sie doch wunderschöne und eingängige Melodiepassagen auf und eine große Dynamik innerhalb des gesamten Werks: So beginnt das Kyrie ganz schlicht und erinnert in den ersten Chorpassagen an einen gregorianischen Choral. Weich und geheimnisvoll wirkt das Sanctus, pompös und bombastisch hingegen das Credo, in dem sowohl die Chorsänger als auch die Bläser im Orchester alles geben, um dem Glaubensbekenntnis die volle Wucht zu verleihen, sakral und theatralisch zur gleichen Zeit.
Und noch eine Besonderheit weist die Cäcilienmesse auf, die auch in der Vilsbiburger Hauptschul-Aula zur Aufführung kam: Angefügt an das Agnus Dei, üblicherweise der letzte Satz einer Messe, folgen drei Gebete als Fürbitten: das Gebet der Kirche, das Gebet der Armee und das Gebet der Nation.
18 Messen hat der gebürtige Pariser Charles Francois Gounod (1818 bis 1893) geschrieben, darunter als drittes die Cäcilienmesse im Alter von 37 Jahren. Schon früh stand die musikalische Begabung des Sohns eines Malers und einer Pianistin fest. Bereits 1839, mit 21 Jahren, gewann er den „Prix de Rome“ für eine Kantate. Gounod reiste nach Rom, um die Musik der alten Meister kennenzulernen. 1942 setzte er die Reise fort nach Wien und gelangte ein Jahr später über Berlin und Leipzig nach Paris zurück, wo er zunächst Kirchenkapellmeister und Organist wurde. Schon in Rom, aber auch noch in Paris, spielte der Komponist mit dem Gedanken, Kleriker zu werden, wandte sich aber schließlich doch dem Theater und vor allem der Oper zu.
Charles Gounod komponierte zahlreiche Opern, wovon „Faust“ (in Deutschland bekannt als „Margarete“) als sein Meisterwerk gilt. Zudem leitete der Musiker mehrere Chöre: 1852 bis 1860 den „L'Orphéon de la Ville de Paris“, den größten Männerchor der Stadt. 1870 bis 1874 gründete er „Gounod's Choir“ in London, wo er während des deutsch-französischen Kriegs weilte. Im Alter wandte sich der tief religiöse Komponist erneut der Kirchenmusik zu.
Seine „Cäcilienmesse“ war bereits bei der Uraufführung am 22. November 1855 ein großer Erfolg. Die Komposition, so die Chronik, beeindruckte das Publikum durch ihre Einfachheit und gleichzeitig ihre Größe.
Neben dieser Messe war bei der Aufführung noch das Harfenkonzert C-Dur von Francois Adrien Boieldieu zu hören, in dem vor allem die musikalische Brillanz von Irmgard Gorzawski als Solistin zur Geltung kam.

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Das Konzert fand am Samstag, 15. November, in der Aula der Hauptschule Vilsbiburg statt.  Eine zweite Aufführung erfolgte am Sonntag, 16. November, in der Stadtpfarrkirche St. Margaret in Achdorf. 

Text:    Gabi Schwarzbözl         Fotos:   WG

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