Auszeichnungen für das beste Federvieh

Die Redner hatten am Freitag bei der Eröffnungszeremonie nicht ganz allein das Wort, sonder mußten sich stimmlich gegen ein leichtes Konzert krähender Zwerghähne und gurrender Tauben durchsetzen. Aber als Vorsitzender des Vilsbiburger Kleintierzuchtvereins war beispielsweise Georg Lehrhuber an solche Dinge gewohnt.
Als Vertreter des ausrichtenden Vereins begrüßte er die Besucher der Ausstellung am Freitag und sprach einige Worte über die Schau. Dabei freute er sich besonders über die Beteiligung der Modena-Züchter, die sich einer besonderen Taubenrasse verschrieben haben, und der Kaninchenzüchter des Vilsbiburger Kleintierzuchtvereins. "Sie sorgen mit ihren Tieren dafür, daß die Ausstellung nicht so einseitig wird", erklärte Lehrhuber.
Als Schirmherr hatte Landtagsabgeordneter Josef Eppeneder die Aufgabe, die Ausstellung zu eröffnen. Aus diesem Anlaß zollte er den Geflügelzüchtern "Dank, Anerkennung und Respekt für ihre großen Leistungen". Dabei gehöre es auch dazu, die Tiere auszustellen, für die man die Freizeit opfere, meinte Eppeneder vor den langen Reihen der Käfige und Volieren in der Stadthalle.
Gleichzeitig wünschte der Schirmherr der Ausstellung möglichst viele Besucher am Wochenende. Mit Blick auf die Heimat sah es der CSU-Landtagsabgeordnete so, daß der Freistaat dankbar sein könne für seine Vereine. "Diese Menschen prägen unser Land mit", hieß es von ihm. Dabei bräuchten sich speziell Vereine mit einer aktiven Jugendarbeit nicht vor der Zukunft zu fürchten. Den Züchtervereinigungen für die verschiedenen Tierarten komme dabei auch eine gesellschaftlich-erzieherische Aufgabe zu. Wenn die Jugend mit Tieren zu tun habe, erlebe sie schon früh den Kreislauf der Natur und habe gleichzeitig eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Mit der Feststellung, daß bei den Vereinen die Welt noch in Ordnung sei, schloß Eppeneder seine kurze Ansprache.
Als "Hausherr" der Stadthalle machte sich auch Vilsbiburgs Bürgermeister Helmut Haider seine Gedanken zur Geflügelschau. Er empfand es als schöne Sache, wenn in der Vilsbiburger Stadthalle eine solche Veranstaltung stattfinde. Weiter sah er einen wichtigen gesellschaftlichen Aspekt darin, wenn sich Menschen mit anderen Geschöpfen abgeben würden. "Hier steht das Miteinander im Vordergrund, nicht das Nebeneinander", war sich Haider sicher. Die Jugend könne in den Vereinen über den Umgang mit Tieren auch lernen, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Und die Stadt unterstütze diese Anstrengungen durch die Öffnung der Stadthalle, in der Vereine die Möglichkeit hätten, die Tiere ansprechend zu präsentieren.
Im Anschluß an die Eröffnung unternahmen die Ehrengäste gemeinsam mit Vertretern der verschiedenen an der Ausstellung beteiligten Vereine einen Rundgang durch die Schau. Dabei wurden natürlich auch die besonders prämierten Tiere bestaunt. Bereits am Donnerstag hatte nämlich ein Team von Preisrichtern die einzelnen Tiere unter die Lupe genommen und Noten und Preise verteilt, die an den Käfigen vermerkt wurden. Die Kreis-Geflügelschau und die angeschlossene Kaninchen-Ausstellung des Vilsbiburger Kleintierzuchtvereins sind noch heute von 8 bis 18 Uhr und am Sonntag von 8 bis 15 Uhr in der Stadthalle Vilsbiburg zu besichtigen. Michael Betz
Text und Schwarzweißfoto: Vilsbiburger Zeitung vom 18.11.00