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Es war
ein Festakt im Zeichen der Mahnung und der Erinnerung: Dass der Krieg als
Mittel der Staatsräson so viel Leid in die Bevölkerung bringt, dass die
Soldaten traumatisiert aus den Kämpfen kommen und dass sich insbesondere
die Kriegsheimkehrer nach 1945 einig waren: „Nie wieder Krieg.“ Alle
Redner würdigten gestern in der Stadthalle die Ausdauer, mit der die
Krieger- und Soldatenkameradschaft Vilsbiburg seit 175 Jahren in
Erinnerung an die gefallenen Bürger der Stadt zugleich als Mahner für den
Frieden agiert. Als sichtbares Zeichen dieser Mahnung wurde nach dem
Festgottesdienst das restaurierte Denkmal an der Frauensattlinger Straße
gesegnet.
Es sind drei zentrale Aufgaben, denen sich die Krieger- und
Soldatenkameradschaften landauf, landab widmen. Die „Pflege der
Kameradschaft“, die heute ein wenig betulich klingt, war in den
Nachkriegsjahren überlebensnotwendig. Viele Kriegsheimkehrer mussten
traumatische Erlebnisse verarbeiten, wozu sie am besten im Kreise derer in
der Lage waren, die ähnliches zu bewältigen hatten. Aber auch die
Unterstützung der Hinterbliebenen und Waisen zählte dazu.
Die zweite Aufgabe ist es, die Erinnerung an die toten Soldaten wach zu
halten. Es ist natürlich, dass im Lauf der Zeit die gedankliche Bindung an
die Gefallenen nachlässt. Diesem Nachlassen stellt sich die KSK Jahr für
Jahr hartnäckig entgegen, auch mit ihrer Sammlung für die Pflege der
Kriegsgräber fernab der Heimat. Damit kommen die Mitglieder gleichzeitig
ihrer dritten Aufgabe, die Mahnung für den Frieden nahe. Denn niemand weiß
aus leidvoller Erfahrung mehr über das Ausmaß an Gewalt und Leid während
der Kriege, als die Veteranen. „Mit dem ehrenden Gedenken an die Opfer
furchtbarer Kriege treten die Krieger- und Soldatenkameradschaften mit
besonderer Überzeugung für die Versöhnung der Völker und den Frieden in
aller Welt ein“, sagte Bürgermeister Helmut Haider. |
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Ein sichtbares Zeichen der Mahnung und
Besinnung seien die Kriegerdenkmäler, bestätigte der stellvertretende
Vorsitzende der Kreiskrieger- und Soldatenkameradschaft, Hans Schemmerer:
„Leider
verschwinden des öfteren bei Baumaßnahmen die Kriegerdenkmäler aus der
Ortsmitte und werden irgendwo ins Abseits gestellt“, sagte er. Doch gerade
heute sei es wichtig, dass die Denkmäler als Mahnzeichen im Zentrum
stünden.
Denn die Kriegerkameradschaften stehen vor großen Veränderungen.
Allmählich sterben auch die letzten Zeitzeugen des Krieges. Die
Reservisten der Bundeswehr finden nur zögernd zur KSK, und auch sie
werden weniger: „Um den Fortbestand der Kameradschaften zu sichern, müssen
sie sich verändern“, sagte Schemmerer; sie müssten zum Beispiel
friedensliebende Menschen beiderlei Geschlechts auch ohne militärische
Erfahrung aufnehmen.
Wie wichtig die Friedensarbeit ist, zeigte die Rede des russischen
Botschaftsrats Dr. Sergey L. Romanov, der zuvor am alten Kriegerdenkmal
einen Kranz niedergelegt hatte. Die Geschichte des deutschen und des
russischen Volkes seien eng miteinander verknüpft, wie bei einer Familie,
sagte er: „Und da gab es gute und schlechte Zeiten.“„Schulter an Schulter“
Man habe keine Möglichkeit, die dunklen Phasen der Geschichte ungeschehen
zu machen, „aber wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere gemeinsame
Familiengeschichte im guten Sinne fortzuschreiben“, sagte Romanov. Die
vergangenen Jahrzehnte der Versöhnung machten Mut, auf goldene Zeiten des
guten Miteinanders zu hoffen: „Wir gehen in Europa den gleichen Weg,
Schulter an Schulter.“ KSK-Vorsitzender Werner Nodes ging in seiner Rede
kurz auf die Anfänge des damaligen Veteranen- und Kriegervereins vor 175
Jahren ein. Das Land erholte sich damals gerade von den Kriegsunruhen der
napoleonischen Zeit. Ausführlich ging der Vorsitzende dann noch auf das
restaurierte Kriegerdenkmal ein.
Landrat Josef Eppeneder blieb es überlassen, die Aktualität der
Soldatenkameradschaft anzusprechen. Denn jetzt befinden sich deutsche
Soldaten im so genannten Friedenseinsatz in Afghanistan unter Feuer: „Da
erwarte ich von der Bundesregierung“, sagte er unter Applaus, „dass sie
unseren Soldaten wenigstens die nötige Ausrüstung zur Verfügung stellt.“
Seinen Wunsch teilte er mit der ganzen Festversammlung: „Mögen Krieg,
Terror und Gewalt einer friedlichen Zukunft weichen.“ |