KAMMERORCHESTER VHS VILSBIBURG

Sonntag, 29. März 2009
Aula der Staatl. Realschule Vilsbiburg

VHS - Kammerorchester
VHS - Kammerorchester

Am Sonntag, den 29.März musizierten um 17.00 Uhr das Vilsbiburger Kammerorchester in der Aula der Staatl. Realschule Vilsbiburg mit seinem Dirigenten Heinz Loher ein ansprechendes Konzertprogramm.
Im Mittelpunkt stand das Klavierkonzert A-Dur, KV 488 von W.A.Mozart. Die junge russische Klavier-solistin Helena Gareis lebt seit dem Jahr 2000 in Deutschland und beendet nun ihre Klavierstudien an der Musikhochschule Augsburg mit dem anstehenden Hochschulexamen. Helena Gareis spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Klavier, erhielt zunächst Unterricht im russischen Krasnojarsk, dann hier in Deutsch-land bei einer Lehrkraft des Petersburger Konservatoriums. Nach dem Besuch der Berufsfachschule Musik in Plattling wechselte sie an die Augsburger Musikhochschule, die als Abteilung der Nürnberger Musikhochschule geführt wird. Seit etlichen Jahren musiziert sie in öffentlichen Auftritten Werke von Bach bis Ravel. Im Vilsbiburger Konzert interpretierte sie das Mozartsche Klaviekonzert Nr. 23, das nicht nur wegen seiner Anmut, sondern vor allem wegen des schmerzlich ergreifenden Mittelsatzes berühmt ist. Mozart verströmt in diesem Konzert verschwenderisch blühende Melodik, Grazie, Übermut und doch ist beim aufmerksamen Zuhören auch das Antlitz des tragischen Genies zu erkennen.

Helena Gareis
Helena Gareis

Das Konzertprogramm begann mit der "Sinfonia Veneziana" von Antonio Salieri und schloss mit Schuberts 5. Sinfonie.

Heinz Loher      Heinz Loher

Antonio Salieri (1750-1825) war einer der bedeutendsten Opernkomponisten des ausgehenden 18. Jahr-hunderts. Seine Werke wurden in ganz Europa aufgeführt und in Paris feierte man ihn  als den würdigen Nachfolger Christoph Willibald Glucks. Doch das eigentliche Zentrum seines Wirkens war Wien, wo er Leiter der italienischen Oper am Nationaltheater und Hofkapellmeister wurde. Darüber hinaus war er ein gesuchter Lehrer, der zu seinen zahlreichen Schülern u.a. Beethoven, Hummel, Moscheles und Schubert zählte, selbst der junge Liszt hat noch Unterricht bei ihm bekommen. Doch all dies konnte Salieri nicht vor einem schnellen und gründlichen Vergessenwerden bewahren. Nur der Name ist noch bekannt, aber er verbindet sich nicht mit seinem umfangreichen Werk, sondern geistert als der eines Konkurrenten, Neiders und angeblichen Giftmörder Mozarts durch die Geschichte. Theaterstück und Kinoschlager "Amadeus" haben aus dieser Legende ein publikumwirksames Ereignis werden lassen. Längst hat die Musikgeschichtsschreibung diese Legende vom Giftmord widerlegt, aber für eine Rehabilitierung nicht allzu vieles beigetragen. Man wird Salieris Bedeutung jedoch nur erfassen können, wenn man ihn gerade nicht mit Mozart vergleicht und diese ungerechtfertigte Polarisation aufgibt.
  

VHS - Kammerorchester Helena Gareis Helena Gareis

  
Franz  Schuberts (1797-1828) Instrumentalkompositionen tragen Spuren eines leidenschaftlichen Ringens mit dem Vermächtnis der Klassiker. Sein inneres , zutiefst romantisch geprägtes Gesicht zeigt das Streben nach Verfeinerung, nach Verdichtung des Empfindungsausdrucks und zugleich den Hang, in einer üppig wuchernden Fülle wechselnder Bilder und Gedanken das "Ich" in der Kunst zu spiegeln. Schubert schrieb seine 5. Sinfonie im Alter von 19 Jahren. Sie ist ein bunter Strauß frischer, schwärmender Melodie im sinfonischem Gewand.

VHS - Kammerorchester

Text:   VHS-Kammerorchester     Fotos:    WG

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