|
Die Stadt stellt sich ab sofort im Internet dar Vilsbiburg. In der heutigen Zeit ist es für Städte und Gemeinde schon fast ein Muß, sich im Internet zu präsentieren. Im März hat der Stadtrat den Beschluß gefaßt, dem Beispiel anderer Kommunen zu folgen und sich in dem weltweit operierenden Netz darzustellen. Eine Projektgruppe der Realschule hat in nur vier Monaten die Homepage der Stadt geschaffen. So schnell und so gut, wie es ein Profi auch nicht besser hätte machen können, meinte Bürgermeister Helmut Haider. Der Leiter der Realschule Josef Raith hat ihm gestern die Homepage offiziell übergeben. Seit zwei Jahren verfügt die Realschule über einen Zugang zum Internet. Dieses weltumspannende Netz macht es möglich, Informationen innerhalb kürzester Zeit per Mausklick auf den eigenen Computer zu holen. Auf der anderen Seite hat auch jeder die Möglichkeit, sich selbst im Internet darzustellen. Von dieser Möglichkeit wollte auch der Stadtrat Gebrauch machen, um die Stadt mit ihrem Umfeld vorzu-stellen. In der heutigen Zeit sei es wichtig, daß auch Städte und Gemeinden im Internet vertreten seien, machte Bürgermeister Helmut Haider deutlich. Auch die Frage nach dem "Wie" konnte schnell gelöst werden. Die Stadtverwaltung konnte es technisch nicht leisten, eine eigene Homepage zu erstellen. Deshalb war die nächste Möglichkeit, sich die Homepage von professionellen Computerfachleuten erstellen zu lassen. Einen sehr viel preisgünstigeren Vorschlag hatte allerdings der Konrektor der Realschule, Wilhelm Grässle. Er regte an, eine Projektgruppe ins Leben zu rufen, die eine Homepage erstellen sollte. Dieser Idee stimmte auch der Stadtrat zu. Die Gruppe setzte sich aus Realschülern des Kurses Kommunikationstechnologie, drei Stadträten und Wilhelm Grässle zusammen. Im März gab der Stadtrat Grünes Licht für diese Idee, gestern wurde die Homepage offiziell an Bürger-meister Haider übergeben. Der Rektor der Realschule, Josef Raith, meinte, daß die Schüler der achten Klasse im vergangenen halben Jahr zusammen mit Herrn Grässle sehr intensiv gearbeitet hätten. Und Bürgermeister Haider meinte anerkennend, - daß ein Profi diese Homepage sicher nicht besser hätte machen können. Deshalb könne man im Nachhinein sagen, daß der Vorschlag von Wilhelm Grässle ein sehr guter war. Die Projektgruppe habe die notwendigen Vorgaben der Stadt, die von Josef Schubert und Werner Zudok formuliert wurden, perfekt umgesetzt. Teile der Homepage werden sicher lange Zeit dort stehen bleiben und müssen nicht immer aktualisiert werden. Diese kann man auf eine CD brennen und beispielsweise Investoren als Werbeträger schicken. Auch diese Idee kam von Wilhelm Grässle im Verlauf der Projektgruppe. "Als Dank und Anerkennung für die geleisteten Dienste spendiert daher die Stadt der Realschule einen CD-Brenner," sagte Bürgermeister Haider. Wilhelm Grässle zeigte noch einmal kurz den Weg vom Anfang bis zur fertigen Homepage auf. Er stellte vor allem die Teamwork in den Vordergrund, die sich im Lauf der Zeit entwickelt habe. Die meisten Schüler hätten praktisch bei "0" anfangen und sich viel Grundlagenmaterial beschaffen müssen. Dann sei noch die technische Umsetzung dazugekommen. Alles, was jetzt so gelungen aussehe, habe in müh-seliger Kleinarbeit erstellt werden müssen. So hätten sie beispielsweise dem Stadtturm, zumindest im Computer, einen neuen Anstrich verpaßt, plauderte Grässle ein bißchen aus dem Nähkästchen. Mittlerweile sei die Homepage auf etwa 230 Seiten und 300 Bilder angewachsen. "Das ist aber noch nicht das Ende", versicherte er. "Die Stadt hat mit diesem Projekt das Tor zum nächsten Jahrtausend aufge-schlagen", bekräftigte der Ministerialbeauftragte für die Realschulen, Günther Loibl. Mit diesem Projekt habe man aber natürlich auch das Wohl und die Zukunft der Kinder vor Augen gehabt, da in der Kommunikationstechnik die Zukunft liege. Damit habe man die besten Voraussetzungen für eine Berufsausbildung geschaffen. Auch Loibl lobte die Teamarbeit, die sich bei diesem Projekt gezeigt habe. "Vom Museum bis zur Schule ist alles dabei". Internet-Surfer können ab sofort die Stadt Vilsbiburg unter "www.vilsbiburg.de" besuchen. – dz- |
Text: Vilsbiburger Zeitung vom 17. Juli 1998